Gleitzonenrechner

Sie möchten wissen wie hoch die Abzüge bei einer geringfügigen Beschäftigung bis 850 € im Monat ausfallen. Der Gleitzonenrechner bei dem es sich um einen Brutto Netto Rechner für Minijobs und Midijobs handelt, liefert Ihnen schnell und zuverlässig das Ergebnis.

Für Minijobs und Midijobs gelten bei der Besteuerung und bei den Sozialabgaben andere Regelungen als bei "vollwertigen" Jobs. Um die geringverdienenden Arbeitnehmer zu entlasten werden hier teils keine bzw. teils geringere Abzüge für Steuern und Sozialversicherung als bei einem Normalarbeitsverhältnis fällig. Dabei unterscheiden sich die Regelungen für Minijob und Midijob. Der Gleitzonenrechner erkennt automatisch, ob es sich um einen Minijob oder Midijob handelt und berechnet Ihnen übersichtlich auf einen Blick die zu erwartenden Abzüge. Nutzen Sie jetzt den Gleitzonenrechner um auszurechnen, was netto übrig bleibt.

Minijobs und Midijobs werden beim Abzug von Steuern und Sozialabgaben gegenüber Normalarbeitsverhältnissen mit normalem Verdienst unter gewissen Umständen bevorzugt behandelt. Mit dem Gleitzonenrechner können Sie die Abgaben für Minijobs und Midijobs berechnen:

Gleitzonenrechner

Ihr monatliches Bruttogehalt in Euro.
Wählen Sie Ihre Steuerklasse oder Pauschalbesteuerung (nur bei Minijobs möglich) aus.
Ankreuzen, wenn Sie keine Kinder haben und älter als 23 Jahre sind.
Ankreuzen, wenn Sie in Sachsen arbeiten (andere Regelung bei der Pflegeversicherung).
Auswählen, wenn Sie beim Minijob von der Rentenversicherungspflicht befreit sind.
Ankreuzen, wenn Sie Werkstudent sind.
Ankreuzen, wenn für Sie die Übergangsregelung bis 31.12.2014 gilt.

Einen weiteren Gleitzonenrechner finden Sie auch auf der Homepage der deutschen Rentenversicherung unter Fachbereiche > Arbeitgeber und Steuerberater > Betriebsprüfdienst > Gleitzone.

Mit Wirkung vom Januar 2013 wurde für geringfügig entlohnte Beschäftigte die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt. Der Minijober zahlt dabei 3,9 % seines Bruttoentgelts in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Der Arbeitgeberanteil beträgt 15% (13,9 % bei Privathaushalten). Der Minijobber kann sich jedoch auf Antrag von der Zahlung seines Rentenversicherungsanteils befreien lassen. Im Gleitzonenrechner ist bei geringfügiger Beschäftigung anzugeben, ob eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht vorliegt. Bei mehr als einem Minijob müssen jedoch für den zweiten und alle weiteren Minijobs Sozialversicherungsbeiträge in allen Sozialversicherungen gezahlt werden. Für Minijobs die vor dem 1.1.2013 aufgenommen wurden gilt weiterhin das alte Recht. Weiterhin wurde mit der Reform 2013 die Entgeltobergrenze für geringfügige Beschäftigungen von 400 € auf 450 € erhöht. Damit hat sich auch die Gleitzone für Midijobs in den Bereich von 450,01  850 € verschoben. Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für die Rentenversicherung wurde auf 175 € pro Monat erhöht. Für Midijobs die vor 2013 aufgenommen wurden gelten Übergangsregelungen bis 31.12.2014. Der Gleitzonenrechner berücksichtigt die Gesetzesänderungen ab 2013.

Was ist ein Minijob

Ein Minijob, auch als geringfügige Beschäftigung bezeichnet, ist ein Arbeitsverhältnis mit geringfügigem Verdienst. Der Verdienst kann bei einem Minijob regelmäßig maximal 450 € im Monat betragen. Die Stundenanzahl spielt für die Frage ob es sich um einen Minijob handelt keine Rolle. Ausschlaggebend für die Beurteilung ist allein die Höhe des Verdiensts. Minijobs werden beim Abzug von Steuern und Sozialabgaben gegenüber normalen Beschäftigungen bevorzugt behandelt. Geringfügig entlohnt beschäftigte Arbeitnehmer unterliegen z. B. nicht der Arbeitslosenversicherung und nicht der Pflegeversicherung. Hier werden also keine Beiträge vom Bruttolohn abgezogen. Minijobber sind jedoch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber. Anders sieht es aus bei der Rentenversicherung und der Krankenversicherung. Hier sind grundsätzlich Beiträge zu entrichten. Bei der Rentenversicherung zahlt der Arbeitnehmer einen Anteil von 3,9 %, von dem er sich jedoch auf Antrag befreien lassen kann (bei der Berechnung mit dem Gleitzonenrechner ist die Befreiung anzugeben, um korrekte Ergebnisse zu erhalten). Der Arbeitgeberanteil liegt bei 15 % (13,9% bei Beschäftigungen in Privathaushalten). Für die Krankenversicherung zahlt nur der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag von 13 % (5 % bei Beschäftigungen in Privathaushalten) des Arbeitsentgelts. Bei privat versicherten Arbeitnehmern fallen keine Arbeitgeberbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung an. Mit dem Gleitzonenrechner können auch die Sozialversicherungsbeiträge für den Arbeitgeber berücksichtigt werden. Werden mehrere Minijobs ausgeübt, so müssen die Arbeitsentgelte zusammengerechnet werden. Wird die Schwelle von 450 € überschritten, dann tritt auch Versicherungspflicht in den anderen Sozialversicherungen ein. Im Bereich von 450,01 € bis 850 € (der Gleitzone) gelten ermäßigte Beitragsätze. Das Einkommen aus geringfügigen Beschäftigungen muss versteuert werden. Dabei kann die Lohnsteuer entweder pauschal abgegoltenen werden oder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers. Die pauschale Lohnsteuer die der Arbeitgeber abzuführen hat liegt bei 2 % des Bruttoarbeitsentgelts aus der geringfügigen Beschäftigung, wenn er Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 5% oder 15% zu zahlen hat. Wenn der Arbeitgeber keine Beiträge von 15 % oder 5 % zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen hat, dann muss er eine Pauschalsteuer von 20% entrichten. Der Arbeitnehmer kann auch eine wählen statt pauschal nach seinen persönlichen Lohnsteuermerkmalen besteuert zu werden. Die Steuer hängt dann von der Lohnsteuerklasse und dem Lohnzahlungszeitraum ab. Geringfügig Beschäftigte, die mehreren geringfügigen Arbeitsverhältnissen nachgehen oder zusätzlich eine Hauptbeschäftigung haben, werden für die zweite und jede weitere Beschäftigung der Lohnsteuerklasse VI zugeordnet. Steuern für geringfügige Beschäftigungen bis 450 € fallen nur in den Steuerklassen V und VI an. Kann der Arbeitnehmer für die geringfügige Beschäftigung eine der Lohnsteuerklassen I, II, III oder IV wählen, dann fallen keine Steuern an. Der Gleitzonenrechner kann auch die Pauschalsteuer und die Lohnsteuer für die Steuerklassen V und VI berechnen.

Was ist ein Midijob und was ist die Gleitzone?

Mit Midijobs werden Beschäftigungen bezeichnet, deren Bruttoarbeitsentgelt sich im Rahmen von 450,01 € bis 850 € monatlich bewegt. Der Bereich von 450,01 € bis 850 € wird als Gleitzone (Progressionszone) bezeichnet. In der Gleitzone wird der Beitragsbemessung für die Sozialversicherungen ein reduziertes beitragspflichtiges Entgelt zugrundegelegt, dass sich mit Annäherung an die obere Grenze der Gleitzone immer mehr dem tatsächlichen Bruttoarbeitsentgelt annähert (Progression). Der Arbeitnehmer hat jedoch die Wahl den Beitrag zur Rentenversicherung bemessen an seinem tatsächlichen Arbeitsentgelt zu zahlen um höhere Rentenansprüche zu erwirtschaften. Bei den Sozialversicherungsabgaben muss der Arbeitgeber auch in der Gleitzone den vollen Arbeitgeberanteil (also etwa die Hälfte)zu den Sozialversicherungen zahlen. Der Arbeitnehmeranteil erhöht sich demgegenüber linear von 11 Prozent an der unteren Grenze der Gleitzone bis zum vollen Arbeitnehmeranteil am oberen Ende der Gleitzone. Der Gleitzonenrechner berechnet auch die Arbeitgeberbeiträge inklusive der vom Arbeitgeber abzuführenden Umlagen U1 bis U3. Steuerlich ist beim Midijob eine Lohnsteuerpauschale wie beim Minijob mit 2 % oder 20 % nicht möglich. Die zu zahlenden Steuern werden hier anhand der Lohnsteuerabzugsmerkmale (also Steuerklasse, ...) bestimmt.

Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge für Midijobs im Gleitzonenrechner

Die Sozialversicherungsbeiträge für Midijobs fallen in der gleichen prozentualen Höhe wie bei Normalarbeitsverhältnissen an, jedoch sind sie auf ein reduziertes Bemessungsentgelt bezogen. Das reduzierte Bemessungsentgelt (RBE) innerhalb der Gleitzone von 450 € bis 850 € wird nach der folgenden Formel berechnet:

RBE = GF * 450 + (850 / (850 - 450) - (450 / (850 - 450)) * F) * (AENT - 450)

AENT bezeichnet hierbei das Arbeitsentgelt aus dem Beschäftigungsverhältnis und GF den Gleitzonenfaktor. Der Gleitzonenfaktor ist eine feste Größe, die regelmäßig angepasst wird. Er ergibt sich indem die pauschale Abgabe bei geringfügigen Beschäftigungen durch den Gesamtsozialversicherungssatz aller Versicherten geteilt wird. Für 2013 ergibt sich daher GF = 30 % / 39,45 % = 0,7605.

Die Übergangsregelung für vor dem 1.1.2013 aufgenommene Midijobs besagt, das längstens bis Ende 2014 die alte Berechnungsformel angewandt werden kann. Das bedeutet:

RBE = GF x 400 + (2 - GF) x (AE - 400)

Im Gleitzonenrechner können Sie auswählen, ob für Ihr Beschäftigungsverhältnis die Übergangsregelung gilt.

Bei Werkstudenten, die einen Midijob ausüben gibt es eine Besonderheit. Sie sind in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung und gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, müssen hier also keine Beiträge zahlen. Für die Rentenversicherung müssen jedoch auch Werkstudenten Beiträe zahlen. Die maximale Arbeitszeit ist bei Werkstudenten jedoch auf 20 Stunden / Woche beschränkt, da angenommen wird, dass das Studium den überwiegenden Teil der Zeit einnehmen muss. Dies gilt nicht in den Semesterferien.

Arbeitgeberumlagen

Der Gleitzonenrechner berechnet auch die Arbeitgeberumlagen U1, U2 und U3. Diese Umlagen müssen Arbeitgeber für Ihre Beschäftigten zahlen. Umlage U1 ist quasi eine Versicherung gegen die Kosten die Arbeitgebern durch Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall eines Arbeitnehmers bis zu 6 Wochen entstehen. Aus Umlage U2 kann dagegen von den Krankenkassen Arbeitgebern die finanzielle Belastung erstattet werden, die durch Zahlung von Bezügen an sich im Mutterschutz befindliche Arbeitnehmerinnen entstehen. Umlage U3 ist die Insolvenzgeldumlage. Aus der Insolvenzgeldumlage können Arbeitnehmern von in Insolvenz geratenen Unternehmen die Bezüge für einen bestimmten Zeitraum noch gezahlt, wenn das Unternehmen dazu nicht mehr in der Lage ist.

Häufig gestellte Fragen zu Gleitzone, Minijob und Midijob

Ist ein Minijob steuerfrei?

Ein Minijob ist nicht in jedem Fall steuerfrei. Wirklich steuerfrei ist er nur dann, wenn die Beschäftigung in Steuerklasse I, II, III oder IV ausgeübt wird (also keine Hauptbeschäftigung besteht). Bei Verheiraten, die den Minijob auf Steuerklasse V ausüben oder Personen die ihn zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung in Steuerklasse VI ausüben fallen Steuern an. In diesen Fällen kann es günstiger sein die Pauschalbesteuerung zu wählen, bei der der Arbeitgeber nur 2 % des Arbeitsentgelts als Pauschalsteuer an die Minijobzentrale zahlt. Bei der Besteuerung nach einer Steuerklasse können Sie sich mit der jährlichen Steuererklärung ggf. zu viel gezahlte Steuern nachträglich zurückholen

Minijob bei Arbeitslosigkeit

Sind Sie arbeitslos, dann können Sie einen Minijob auf einer der Steuerklassen I bis VI (je nach Familienstand) ausüben, so dass keine Steuern anfallen. Sind jedoch bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet und beziehen Arbeitslosengeld 1, dann gilt es weitere wichtige Regeln zu beachten. Wenn ihr Minijob in diesem Fall 15 oder mehr Stunden / Woche umfasst, dann gelten Sie nicht mehr als arbeitlos und haben während dieser Zeit auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Zudem werden bei Aufnahme einer Nebentätigkeit unter 15 Std. / Woche während Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeldbezug alle Einkünfte über dem monatlichen Freibetrag von 165 € auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Beim Bezug von Arbeitslosengeld II gilt die 15 Stundenbegrenzung nicht, da es hier den Begriff der Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt nicht gibt. Auch wer mehr als 15 Stunden / Woche arbeitet, aber nicht genug verdient, kann als Aufstocker aufstockende Leistungen (Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV) durch das Jobcenter bekommen.

Mehrere Minijobs

Wenn mehrere Minijobs ausgeübt werden und dadurch die 450 € Grenze überschritten wird, muss eine Steuererklärung abgegeben werden, in der die Verdienste der Minijobs angegeben werden müssen. Die Verdienste unterliegen dann nicht mehr der steuerlichen Begünstigung für Minijobs und zusätzlich dem Progressionsvorbehalt (d. h. das der Steuersatz für das restliche Einkommen erhöht sich). Bei mehreren Minijobs ist es oft zweckmäßiger diese auf Lohnsteuerkarte auszuüben.

Was muss ich beachten, wenn ich einen Minijobber einstelle?

Bei der Einstellung eines Minijobbers müssen sich Arbeitgeber (auch Privathaushalte) an die Minijobzentrale wenden und den Minijob dort anmelden. Die Minijobzentrale übernimmt den Einzug der Sozialversicherungsbeiträge und Steuern und die Abführung an die zuständigen Stellen. Der Arbeitgeber erhält nach Anmeldung der geringfügigen Beschäftigung von der Minjobzentrale eine Aufstellung über die zu zahlenden Abgaben und Steuern, die er an die Minijobzentrale (Knappschaft) regelmäßig zu zahlen hat.

Lohnt es sich bei Arbeitslosigkeit einen Minijob anzunehmen?

Ein Minijob kann nicht nur als Nebenbeschäftigung, sondern auch als Einstieg in den Arbeitsmarkt betrachtet werden. Viele normale Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit oder Teilzeit kommen nach einer vorherigen geringfügigem Beschäftigung zustande. Durch den Minijob kann man einen Fuß in die Tür kriegen und den Arbeitgeber von seinen guten Leistungen überzeugen. Sie müssen jedoch bedenken, dass sie z. B. hinsichtlich der Krankenversicherung selbst für die Versicherung aufkommen müssen, sollten Sie nicht familienversichert oder durch den Bezug von Arbeitslosengeld krankenversichert sein. Beim Midijob dagegen ab 450 € Verdienst ist der Arbeitnehmer dagegen voll krankenversichert. Hier besteht sogar bei länger andauernder Erkrankung Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Ist die Ausübung von Midijob und Minijob gleichzeitig möglich?

Ja, neben dem Midijob kann auch ein Minijob entweder mit pauschaler Besteuerung oder auf Steuerkarte ausgeübt. Der Midijob wird dann hier wie die Hauptbeschäftigung betrachtet und der Minijob als Nebenjob. Diese Kombination erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Ist man über einen Midijob krankenversichert?

Ja. Bereits ab 450,01 € Verdienst ist man mit dem Midijob ganz normal krankenversichert. Dies ist die günstigste Art und Weise gesetzlichen Krankenversicherungsschutz zu erlangen.

Besteht nach einem Midijob Anspruch auf Arbeitslosengeld

Als Midijobber ist man durch seine Beiträge auch in der Arbeitslosenversicherung versichert. Sofern die Anwartschaftszeit (mindestens 1 Jahr Beschäftigung in den letzen 2 Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit) erfüllt ist, besteht also Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Nein, betriebliche Ausbildungen können nicht als Midijob gestaltet werden, auch wenn weniger als 850 € verdient wird.